Walldürn - Frankfurt - Wiesbaden
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Trinity – Topography of Faith

For many centuries, Christianity has shaped the culture and self-understanding of the Western world. Today the churches are empty and the number of priests declines. Negative headlines have contributed to weaken the attachment of many Christians to their Church, and people are seeking other forms of spirituality. How deeply does this development change the Christian, cultural self-understanding of the West?

The series "Trinity - Topography of faith" is to take stock of the spiritual binding force of Christian iconography. Aesthetically it draws on the triptych as a formal means of Christian pictorial tradition. While in the past the Biblical stories have been brought to life by the triptych, here it serves only for the assembly of clichés of a Christian iconography to which most people today have no access. Although the three-part pictorial composition still cites the triptych, the assembled pictures do not give a higher meaning. Topics of the sacred and the profane from different churches in Germany, Italy, France and Austria mingle indiscriminately.

The suffering Christ, Mary, the Mother of Sorrows, the sweet Jesus child and the saints look like strangers down on us. In the immediate vicinity commodities like confessionals, sacrificial candles and prayer books. In between are empty, barren chairs in orphaned churches. The view of the camera falls distantly on the relics of a religion. The pictures do not tell a story of faith any more. Rather, the viewer bounces off the depicted surfaces. The visual vocabulary of Christianity appears as a meaningless shell. Apart from the initiate, hardly anyone is able to read it any more.

Trinität – Topographie des Glaubens

Über viele Jahrhunderte hinweg hat das Christentum die Kultur und das Selbstverständnis der westlichen Welt geprägt. Heute sind die Kirchen leer und die Zahl der Priester geht zurück. Negative Schlagzeilen haben dazu beigetragen, dass die Bindung vieler Christen an ihre Kirche schwächer geworden ist und die Menschen auf der Suche nach anderen Formen der Spiritualität sind. Wie tiefgreifend wird diese Entwicklung das christlich geprägte, kulturelle Selbstverständnis des Westens verändern?

Die Serie „Trinität – Topografie des Glaubens“ ist eine Bestandsaufnahme zur spirituellen Bindungskraft christlicher Ikonografie. Ästhetisch greift sie dabei auf das Triptychon als formales Mittel christlicher Bildtradition zurück. Während dieses in der Vergangenheit die biblischen Geschichten zum Leben erweckte, dient es hier nur der Montage von Versatzstücken einer christlichen Ikonografie, zu der die meisten Menschen heute keinen Zugang haben. Zwar zitiert die dreiteilige Bildkomposition das Triptychon noch, aber die montierten Bilder ergeben keinen höheren Sinn mehr. Motive des Heiligen und Profanen aus verschiedenen Kirchen in Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich mischen sich unterschiedslos.

Der leidende Christus, die Schmerzensmutter Maria, der kindliche Jesus und die Heiligen schauen wie Fremde auf uns herab. In unmittelbarer Nähe Gebrauchsgegenstände wie Beichtstühle, Opferkerzen und Gebetsbücher. Dazwischen sind immer wieder leere, karge Stühle in verwaisten Kirchenräume zu sehen. Der Blick der Kamera fällt distanziert auf die Relikte einer Religion. Die Bilder erzählen keine Geschichte des Glaubens mehr. Vielmehr prallt der Betrachter an den gezeigten Oberflächen ab. Das visuelle Vokabular des Christentums erscheint als inhaltsleere Hülle. Bis auf Eingeweihte vermag es kaum noch einer zu lesen.