Offenbarung - Revelation

Der Boden ist glitschig, die Stiefel werden immer schwerer, die abstrakte Umgebung verwirrt die Sinne. Pastelltöne kontrastieren mit satten Farben, weiche Formen grenzen an abrupte Kanten, feuchte Plastizität umgibt hartes Gestein. Mikro- und Makrokosmos verschränken sich.

Orte, an denen sich die Gestaltungsvielfalt der Natur zeigt, sind Orte der Offenbarung.
Tongruben gehören dazu.

Als „weiße Flecken“ auf den Satellitenbildern des Westerwalds zu sehen, sind Tongruben Überreste eines 250 Millionen Jahre alten Meeres aus dem Devon. Seine Sedimente haben sich über die Zeit zu Gebirgen aufgefaltet, sind im Tertiär von subtropischen Regenfällen ausgewaschen worden, haben sich in Senken gesammelt und sind später von vulkanischem Basalt überlagert worden. Wenn die Deckschichten mit Baggern abgetragen werden, stößt man auf den Rohstoff Ton. Im Ton liegen Mineralien und Metalle zwischen Silikat-Schichten, was für sein immense Farbspektrum sorgt. Die physikalischen Eigenschaften des Tons machen es dem Regen, der Trockenheit und dem Frost möglich, ihn noch vor seiner Verwendung zu skulpturieren. Die Reifen- und Schürfspuren der Laster und Bagger fügen eine abstrakte, anthropogene Dimension hinzu.

Als Fotograf ziehen mich Orte an, die mir eine andere Erlebnisdimension eröffnen. Orte, an denen ich meinen Verstand hintenanstelle und ein emotionales Erleben von Formen, Farben und Abstraktionen in den Vordergrund treten lasse.

Gefahrenhinweis

Tonmassen sind instabil und können abrutschen. Wasseroberflächen in den Tongruben sind Sümpfe, aus denen man kaum entkommen kann. Das Betreten der Tongruben ist daher von der Bergbaupolizei verboten und darf nur mit Genehmigung und unter Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.

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Revelation - Offenbarung

The ground is slippery, the boots are getting heavier and heavier, the abstract environment confuses the senses. Pastel shades contrast with rich colors, soft shapes border on abrupt edges, damp plasticity surrounds hard rock. Micro- and macrocosms intertwine.

Places where the creative diversity of nature is revealed are places of revelation.
Clay pits are among them.

As "white spots" on the satellite images of the Westerwald, clay pits are the remains of a 250-million-year-old Devonian sea. Over time, its sediments have folded up into mountains, were washed out by subtropical rainfall in the Tertiary, collected in depressions and were later overlaid by volcanic basalt. When the cover layers are removed with excavators, the raw material clay is encountered. In the clay, minerals and metals lie between silicate layers, which is responsible for its immense color spectrum. The physical properties of clay make it possible for rain, dryness, and frost to sculpt it before it is used. The tire and scrape marks of trucks and excavators add an abstract, anthropogenic dimension.

As a photographer, I am attracted to places that open another dimension of experience. Places where I put my mind behind and let an emotional experience of forms, colors and abstractions come to the fore.

Danger notice

Clay masses are unstable and can slip off. Water surfaces in the clay pits are swamps from which one can hardly escape. Entering the clay pits is therefore prohibited by the mining police and may only be done with permission and under safety precautions.

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